Andrés Segovia
- ramonarichter

- 24. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Der Paseo am Strand von La Herradura ist 3 km lang. Er trägt den Namen eines weltberühmtem Gitarristen: Andrés Segovia.
Wer war er?
Wie sah sein Leben aus und
was hat er mit La Herradura zu tun?
Erste Jahre
Kindheit und erste Berührung mit der Gitarre
Andrés Segovia, geboren am 21. Februar 1893 in Linares, Provinz Jaén, kam früh mit der Gitarre in Berührung - vermutlich in Villacarillo. Schon da soll sich sich seine musikalische Begabung gezeigt haben.
Später zog er zu seinem Onkel nach Granada. Dort war er umgeben vom Flamenco, den er ablehnte.

Erste Konzerte
Granada
Mit Hingabe präsentierte er klassische Gitarrenmusik - 14 Jahre jung, andere sprechen von 16 Jahren. Es war der Beginn seiner Mission, die Gitarre als vollwertiges Konzertinstrument zu etablieren.
Allerdings: Über seine ersten Konzerte sollte ein Freund später in einem Interview sagen: "Zum ersten kam niemand, zum zweiten weniger".
Ein entscheidender Moment in Madrid
Freunde hatten ein Konzert für ihn in Madrid organisiert. Segovia hatte aber kein angemessenes Instrument. So bat er den renommierten Gitarrenbauer Manuel Ramirez, ihm für das Konzert eine zu leihen.
Obwohl unüblich, reichte Ramirez ihm eine Gitarre. Segovia nahm sie, spielte und wusste, diese ist es. Er bot Ramírez Bezahlung für das Leihen an.
Eine Begegnung und unerwartetes Glück
Zur selben Zeit befand sich Don José de Hierro in der Werkstatt - Professor für Violine am königlichen Konservatorium. Fasziniert von Segovias Spiel lud er ihn ein, zur Violine zu wechseln. Er versprach umfassende Förderung und prophezeite ihm eine große Karriere.
Segovia lehnte ab: "Dazu ist es zu spät. Die Violine braucht mich nicht, aber die Gitarre schon."
Das Unerwartete geschah: Vielleicht war Ramirez erstaunt über die Art wie Segovia spielte; vielleicht war es der Satz, die Gitarre brauche ihn; vielleicht war es de Hierros Interesse, vielleicht alles zusammen.
Ramirez schenkte dem jungen Segovia die Gitarre mit den Worten: Trag sie in die Welt. Und das ist sie.

Technischer Pionier der Gitarre
Der Wunsch nach größerem Klang
Mit zunehmendem Erfolg erkannte Segovia die Grenzen des Instruments. In großen Konzertsälen konnte sich die Gitarre nicht durchsetzen. Da begann er, die Gitarre gemeinsam mit den besten Gitarrenbauern weiterzuentwickeln.
Künstlerische Handschrift
Ein neue Art zu spielen
Ebenso veränderte er die Spielweise entscheidend, indem er Fingernagel und Fingerkuppe beim Anschlag gemeinsam nutzte. Damit erhielt der Ton mehr Tiefe. Und er veränderte auch die Handhaltung.
Auf diesem kleinen Video erkennt man das gut.
Exil und Rückkehr
Leben im Exil
Der Spanische Bürgerkrieg trieb ihn ins Ausland. Von 1937 bis 1946 lebte er in Montevideo, danach in New York. 1950 kehrte er dauerhaft nach Spanien zurück. Er lebte bis zu seinem Tod in Madrid. Dort starb er am 2. Juni 1986 mit 94 Jahren.
Weltweite Anerkennung
Das für seine Karriere wohl wichtigste Konzert gab er 1924 in Paris. Danach reiste er um die Welt. Noch mit über 90 Jahren gab er Konzerte, auch als man ihm die Gitarre bereits auf die Bühne tragen musste. Spielen, das ging noch.
Über Segovia im WDR-Rundfunk
Schüler Segovias erzählt und Musik ist eingespielt
Sein Schüler Wolfgang Lendle erzählt von persönlichen Erfahrungen. Er nahm teil an einer Meisterklasse Segovias in Santiago de Compostela. Originaltöne (Sprache und Musik) sind eingefügt. Der Link dazu ist weiter unten.
Segovia und La Herradura
Das Haus
Segovia lebte in Madrid, besaß aber in La Herradura auf dem Punta de la Mona ein Haus. Es war riesig aufgrund einen Missverständnisses mit dem Architekten.
Er verbrachte wohl viel Zeit hier, erholte sich und genoß er die Ruhe. Aber auch hier trainierte er die Beweglichkeit seiner Hände, seiner Finger. Mit 84 Jahren noch übte er 5-6 Stunden täglich.
Früher konnte man das Haus besichtigen. In der Zwischenzeit ist es verkauft. Mir wurde erzählt, dass auf dem Boden des Pools der Name SEGOVIA eingelassen war.
In La Herradura wird auf verschiedene Weise Segovias gedacht.
Die 3 km lange Strandpromenade trägt seinen Namen
Auf den Stufen, die neben der Kirche nach oben führen ist sein Bild gezeichnet.
Kopf, also eine Büste, unter Glas am Paseo in der Nähe vom Springbrunnen.
Ein internationale Wettbewerb, dazu weiter unten mehr.

Wettbewerb Andrés Segovia
In jedem Jahr findet seit 1986 ein renommierter internationaler Jugendwettbewerb
"Certamen International Guitarra Clásica Andrés Segovia" in La Heradura statt. Junge Gitarristen aus aller Welt kommen zusammen.
Sieger 2024
2024 gewann der Chinese Shilong Fan den Wettbewerb - im Video mit einem Stück, dass er im Laufe des Wettbewerbs spielte.
Termin 2025 - 40. Jubiläum
In diesem Jahr feiert der Wettbewerb sein 40. Jubiläum. Seit 2006 findet er um den 22. November statt, dem Tag der Heiligen Cecilie, Schutzpatronin der Musik - in diesem Jahr vom 25.- 29. November. Mit folgendem Plakat wird er angekündigt.
Man darf gespannt sein.

Mit diesem Bild verabschiede ich mich für heute von euch.
Bis zum nächsten Mal, eure Ramona
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Wer gern mehr wissen möchte
Links:
Hier gelangt ihr direkt zur oben genannten Sendung des WDR.
Hier gelangt ihr zur offiziellen Seite des Wettbewerbs, direkt zu allen Plakaten der letzten Jahre. Ich finde, es lohnt sich zu schmökern.
Wer Lust hat, sich über den traditionellen Gitarrenbau bei Ramirez zu informieren, gelangt hier zu deren Website in Englisch und Spanisch
Es gibt ein kleines Video über die Schenkung der Gitarre, er selbst spricht den Text. Hier kommst du hin.




Sehr gut gemacht Ramona. Vielen Dank. Erika
Bin begeistert!!